Sa, 14.11.2026 | 20 Uhr | Einlass 19.30 | franz.K

VVK 17,25 € | AK 19,- erm. 15,-  Tickets

Pierre Jodlowski | Limbus

Pierre Jodlowski ist Komponist, Performer und Multimedia-Künstler. Seine Musik, die oft durch eine hohe Dichte gekennzeichnet ist, bewegt sich an der Schnittstelle zwischen akustischem und elektrischem Klang und zeichnet sich durch einen dramatischen und politischen Bezug aus.

Das szenografische Konzept von Limbus beruht auf einem Prinzip der Verdopplung, das an die von Michaux beschriebenen Wahrnehmungsphänomene erinnert. Auf der Vorderbühne befindet sich ein klassischer Konzertraum mit Tischen, Instrumenten, technischen Geräten, einem Autowrack... ein stimmungsvolles Bühnenbild, das jedoch mit dem Theater verwandt bleibt. Hinter der Bühne befindet sich eine «Bildschirm-Tür», die den Zugang zu einer anderen Welt ermöglicht, in der die beiden Darsteller ihre Identität verlieren, sich verdoppeln, sich verwandeln... Abwechselnd monströse oder rätselhafte Figuren, beginnen sie einen seltsamen Weg durch das, was nach und nach ein Labyrinth bildet.
Die Erzählung dreht sich um die Verbindung zwischen diesen beiden Welten; sehr schnell entsteht eine Porosität zwischen der Bühne und der Leinwand, wobei jede Welt (materiell und in der Fantasie) die andere kontaminiert. Es beginnt eine Art «Roadtrip», der uns durch lange Korridore mit schrecklichen Kreaturen führt, in das Wohnzimmer einer Tätowiererin mit ihren gefährlichen synthetischen Instrumenten, zu einem Autorennen und einer anschließenden Jagd im Wald... Diese halluzinierte Welt, die gleichzeitig alptraumhaft und jubilierend ist, entgleitet uns nach und nach und mündet in ein Videokonzert, in dem die Energie eben- falls außer Kontrolle geraten zu sein scheint. Um diese unwahrscheinliche Verwicklung zu erleichtern, wird das Publikum regelmäßig aufgefordert, sein Gesicht zu maskieren (Schlafmasken, die am Eingang verteilt werden). Diese Phasen der Dunkelheit erleichtern den Wechsel der Bühne sowie die Effekte des Erscheinens oder Verschwindens und bieten außerdem die Gelegenheit, durch den Klang andere Vorstellungswelten zu entfalten (Verwirrung, Veränderung des Klangraums, kollektive akustische Halluzinationen…).

Konzept, Komposition, Video (Film und Animation) :
Pierre Jodlowski
Performer, Schauspieler, Klangmaterial, Improvisationen:
HYPER DUO
Technische Unterstützung, Tonaufnahmen (Film), Bühnenregie: Matthieu Guillin
HYPER DUO : Gilles Grimaitre (Keyboards, modularer Synthesizer, Gesang) | Julien Mégroz (Schlagzeug, Percussion, Elektronik)
 
 
 

Gero Koenig | Chordeograph

Seit der Erfindung des präparierten Klaviers durch den amerikanischen Komponisten John Cage ist es für Musiker und Komponisten eine Selbstverständlichkeit, das Klavierspiel durch Aktionen im Inneren des Instruments zu bereichern. Der Komponist und Performer Gero Koenig denkt diese Techniken des Inside Piano Playing seit Jahren systematisch weiter und entwickelte schließlich mit Chordeograph ein Saiteninstrument, welches dem Ursprung nach ein modifizierter Flügel ist, sich jedoch durch einschneidende Umbauten und Eigenentwicklungen zu einem ganz neuen Instrument mit einzigartiger Klangwelt entwickelte. So handelt es sich bei dem Instrument Chordeograph um eine völlige Neukonstruktion, alle Komponenten einschließlich der Saiten sind neu konstruiert bzw. berechnet, in Kooperation mit verschiedenen Technikern gefertigt und in einem jahrelangen trial and error Prozess getestet worden. Indem Gero Koenig die Saiten einer schräg vor ihm aufgestellten Rahmenkonstruktion mit Leisten aus Metall, Holz und Kunststoffen reibt, lässt der Komponist eine Klangwelt entstehen, die an die majestätischen Klänge der Orgel und an die feinen obertonreichen Gespinste von Streichern erinnern kann. Zudem entstehen mit Chordeograph komplexe mikrotonale Klanggemische, die in dieser Reichhaltigkeit bislang nur aus der elektronischen Musik bekannt sind. Bereits minimale Änderungen der Bewegung können zu intensiven Klangveränderungen führen.
 

PS:kiss

Paulina Sofie Kiss ist Musikerin und Komponistin mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer und elektronischer Musik.
Nach einem Bratschenstudium folgte elektroakustische Komposition bei Robin Minard und Maximilian Marcoll an der Musikhochschule Franz Liszt Weimar. Sie komponierte und performte u.A. für das Konzerthaus Berlin, das Beethovenfest Bonn, Gasteig H8 München und das Podium Esslingen. Außerdem war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Im Spannungsfeld der Genregrenzen von elektronischer und improvisierter Musik, Jazz, Neuer Musik und Klangkunst basiert ihr Schaffen auf einer kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und kulturpolitischen Themen.
Sie ist Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin des Detect Classic Festivals und kooperierte als Leiterin des Detect Ensembles mit zahlreichen Künstler*innen, u.A. JakoJako, Acid Pauli, Christian Löffler und Robot Koch.

Tickets

 

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Freitag 13.11. 2026 | 19 Uhr | Einlass 18.30 | Kunstmuseum konkret Reutlingen

Eintritt auf Spendenbasis

Performance im Rahmen der Ausstellung MOVE! Scheinbar kinetisch

Zusammen mit Alexandra Mahnke (Tanz, Performance) und Birgit Riegger (Digital Live Painting) werden Thomas Maos und Fried Dähn (E-Gitarre/Elektronik und Cello/Elektronik) mit Werken der Ausstellung interagieren und Klänge, Bewegung und Visuals zu Klangskulpturen verdichten, die sowohl sinnliche - rituelle Elemente wie abstrakte Formen in sich vereinen. Die Kommunikation zwischen diesen unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen bildet dabei das zentrale Thema.